Über Adele:

Kurz vor Weihnachten war ich mal wieder im Internet unterwegs, just for fun habe ich mir einige Bully Seiten angeschaut und bin bei "Bully-Club" über Adele gestolpert. Ihr kleines Gesichtlein hat mich sofort angesprochen und von ihrer Geschichte war ich total gerührt - was gibt es doch für Menschen.....

Ich bin Adeles Notruflink gefolgt und bei Liberty-for-dogs gelandet. Der Verein kümmert sich um Zuchthunde verschiedenster Rassen aus Massenzuchten. Vermehrt werden alle gefragten Rassen, die Welpen werden zum Verkauf angeboten, die Elterntiere verbringen ihr Leben in Verschlägen, Hinterhöfen oder gar auf Vermehrerfarmen. Man kann sich ausmalen was für ein Leben diese Tiere führen und was mit ihnen passiert wenn sie nicht mehr gebraucht werden .....


Für alle die mehr über Liberty- for-dogs wissen möchten, hier der Link - jede Hilfe wird sicherlich gerne angenommen und es werden auch immer wieder ganz dringend Pflegestellen gesucht:



Nach dem auch Michael sich vorstellen konnte das Adele bei uns einzieht habe ich den Verein angemailt. Dann ging alles ruck-zuck. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir Kontakt zu Adeles Pflegefamilie und auch die Vorkontrolle lies nicht lange auf sich warten.

Eigentlich sollte Adele am 15. Dezember 2007 bei uns einziehen. Aber die Dame wurde einfach kurzerhand nochmal läufig - mit Chirundu im Hause war das undenkbar.
Aus diesem Grund blieb Adele drei Wochen länger bei ihrer Pflegefamilie bis wir sie endlich am 05.01.2008 abholen konnten.

Von der Pflegefamilie haben wir auch einen kleinen Einblick in Adeles Leben nach der Zuchtanstalt bekommen. Bei Liberty-for-dogs werden die Hunde bis zu ihrer Vermittlung in Pflegefamilien untergebracht, die diese Aufgabe mit viel Liebe und Sachverstand angehen.
Adele wurde bereits im Spätsommer 2007 von Liberty-for-dogs gerettet und kurz darauf vermittelt, wohl an eine junges Ehepaar die sich anscheinend nicht darüber im klaren war, dass so ein Hund Zeit braucht. Es lief nochmal einiges schief, Adele wollte sich von ihren neunen "Adoptiveltern" nicht anfassen lassen und angeblich ging Autofahren gar nicht. Adele wurde nach kurzer Zeit wieder an Liberty-for-dogs zurück gegeben. So kam Adele im November zu Siggi, eine weitere Pflegestelle von Liberty-for-dogs. Bei Siggi und ihrer Familie konnte Adele wieder etwas Vertrauen zu Menschen gewinnen. Adeles Neugierde war Gott-sei-dank nicht verloren gegangen. Auch als wir sie zum ersten Mal sahen kam sie sofort auf uns zu, für Leckerlies blieb sie dann auch eine Weile in unserer Nähe.

An dieser Stelle möchte ich auch Sigrun und Familie danken, dass Sie Adele bereits soooooo toll auf das weitere Leben vorbereitet haben.

So ohne weiteres mochte Adele aber nach wie vor nicht angefasst werden. Bisher sind wir ein paar mal Auto gefahren, dabei hatte sie die ersten zwei Minuten Angst, aber auch hier kann man gut mit Leckerlies dagegen halten. Nach kurzer Zeit setzt sie sich hin und schaut sich neugierig um wo es denn hingeht.

Mit Chirundu kommt Adele bereits bestens klar, in einem Körbchen liegen die beiden zwar noch nicht, aber das kann ja noch werden. Gerenuk wird absolut respektiert und das weiß unsere Grand Dame - Gerenuk- sehr zu schätzen. Alles in Allem waren die ersten Tage viel leichter und schöner als ich mir das gedacht hätte.

Wir sind sehr gespannt was wir mit Adele noch alles erleben werden , wir sehen Adele für uns als Chance der Rasse Französische Bulldogge, die wir durch unseren Deiwel so sehr lieben gelernt haben etwas zurückzugeben.


11.01.2008: Adele wohnt nun gerade mal eine Woche bei uns und liegt bereits immer öfter mit Chirundu in einer Kudde. Gestern abend hat sie sich auch von Michael streicheln lassen und ich habe den Eindruck, dass sie jeden Morgen ein Fest feiert wenn wir endlich aufstehen und der Tag mit uns beginnt :o).

18.06.2008: Lange habe ich nichts mehr zu Adele geschrieben. Mittlerweile hat die kleine Dame sich ganz prächtig bei uns eingelebt. Chirundu und Adele sind ein Herz und eine Seele und auch mit mir (Beate) kommt Adele zwischenzeitlich super zurecht. Sie ist unheimlich verschmust und anhänglich. Einfache Befehle wie Sitz und Bleib lernte sie in Windeseile. Beim Spaziergang läuft sie ohne Leine und läßt sich super abrufen. Dafür musste ich mich aber auch im Februar / März insgesamt dreimal heftig beißen lassen. In Streßsituationen dreht Adele völlig durch und ist sich Ihrer Handlungen offensichtlich nicht bewußt. Zwischenzeitlich hat sie sich mit Ihren Streßattacken auf Gerenuk fixiert, weshalb wir kaum noch mit allen drei Hunden gleichzeitig spazieren gehen. Gerenuk möchte sich selbstverständlich von Adele auch nicht beißen lassen - und so kam es bereits zu mehreren Raufereien zwischen den Damen, die manchmal sehr blutig endeten.

Mit Männern klappt die ganze Geschichte nach wie vor nicht besonders. Michael kann sich kaum frei in unserer Wohnung bewegen. Adele versucht ihn ständig zu stellen und schnappt hin und wieder zu.

Da wir unseren Hunden zumindest in unseren 4 Wänden ein stressfreies Leben ermöglichen möchten suchen wir ein neues Zuhause für Adele.

18.07.2008: Wir hatten ein wunderbares Zuhause für Adele gefunden. Ganz liebe Menschen, denen Tiere sehr am Herzen liegen. Leider war Adele nicht bereit nochmal von Vorn anzufangen. Sie wurde innerhalb kürzester Zeit apathisch, offensichtlich ging es ohne Chirundu und mich gar nicht mehr. Nach kurzer Zeit haben wir Adele wieder abgeholt.

Das Verhältnis zwischen den beiden Damen war zuhause nun aber noch angespannter....

Der Entschluss fiel uns sehr, sehr schwer - aber wir sind uns sicher das es so richtig ist. Wir haben Adele auf die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Sie ist am Dienstag, den 08.Juli 2008 im Garten unserer Tierärtzin friedlich in meinen Armen eingeschlafen.

Kleine Adele, liebe Deli,

ich hoffe sehr, dass wir Dir zeigen konnten, dass nicht alle Menschen schlecht sind und das es wenigstens einige glückliche Momente mit uns gab. So Vieles konnte ich Dir zeigen, schwimmen, Treppen steigen und es hat dir anscheinend Spaß gemacht kleine, einfache Kunststückchen zu lernen. Leider konnte ich Dir die Angst vor allem Möglichen nicht nehmen und ich konnte Dir nicht zeigen, dass ich nun zu Deinem Schutz da bin - ich hoffe sehr Du verstehst unseren Entschluss und hast da wo Du bist keinen Stress mehr....

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du an der Regenbogenbrücke auf uns wartest - dann machen wir gleich einen "Köpfer".